
Sprache ist niemals neutral, da jedes Wort durch Framing tief in unserem Weltwissen verankert ist und unsere Wahrnehmung sowie unser Handeln maßgeblich beeinflusst. Kognitionsforschung belegt, dass Fakten nicht rein rational verarbeitet werden, sondern stets in mentale Deutungsrahmen eingebettet sind. Durch neuronale Simulation aktivieren sprachliche Begriffe körperliche Erfahrungen, was sich etwa bei Ekel- oder Reinheitsmetaphern zeigt, die politische Einstellungen in Richtung konservativer oder progressiver Werte verschieben können. Besonders in der Politik dienen Familienmodelle als zentrale kognitive Schablonen für gesellschaftliche Autoritätsvorstellungen. Da das Gehirn beim Negieren eines Begriffs diesen erst recht aktiviert, führt die bloße Abwehr von Frames – etwa bei Begriffen wie „Fake News“ – paradoxerweise zu deren Festigung. Effektive Kommunikation erfordert daher ein Bewusstsein für diese Mechanismen, um Diskurse nicht unbewusst durch die Sprache politischer Gegner zu prägen.
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